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Trauer um Ehrenmitglied Hans Strobel

In der Nacht zum 24.12.2016 ist Hans Strobel gestorben, nur wenige Tage vor seinem 79. Geburtstag. Am Nachmittag zuvor hatte er noch mit seiner Frau Christel im Münchner Gasteig in der Philharmonie das Konzert zu dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ besucht, das ihr Sohn Frank als Dirigent leitete. In Hans haben wir einen guten Freund und einen unersetzbaren Mentor und Wegbegleiter des modernen Kinderkinos verloren.


Hans Strobel bei der Verleihung des „Ehrenschlingels“ 2009, Chemnitz (Bild: Schlingel – Internationales Filmfestival für Kinder und junges Publikum, Chemnitz)

Zusammen mit seiner Frau Christel war Hans Strobel der Mitbegründer und Inspirator des modernen Kinderkinos in Deutschland. Im Jahre 1979 gründeten sie das Kinderkino München und zeigten im Forum 2 des Olympiadorfes Filme für Kinder. Diese hatten nichts mehr zu tun mit dem Heimatmuff der Märchenfilme aus den 1950er Jahren, die zuvor das Filmangebot für Kinder dominierten – falls man überhaupt von einem solchen sprechen konnte. Weil es in Westdeutschland kaum Kinderfilme gab, zeigten die Strobels viele Filme auch aus der Deutschen Demokratischen Republik und der CSSR, was damals durchaus kritisch gesehen wurde.
 
 Mit ihrer Arbeit machten sie deutlich, dass es in vielen Ländern eine lebendige Kinderfilmkultur gab, nur in Westdeutschland nicht. So organisierten sie schon bald internationale Filmprogramme mit Kinderfilmen aus Dänemark, Schweden, CSSR oder DDR. Als 1983 das Filmfest München gegründet wurde, setzten Christel und Hans Strobel durch, dass im Festival auch Filme für Kinder gezeigt wurden. Das Kinderfilmfest München leiteten sie 22 Jahre lang bis 2004, zeigten aktuelle Filme, organisierten Retrospektiven und regelmäßige Begleitveranstaltungen auch in Zusammenarbeit mit dem BJF und der LAG Film Bayern, bis sie das Kinderfilmfest 2005 an Katrin Hoffmann übergaben.
 
Das Kinderkino München machte nicht nur Programm für Kinder und Familien, sondern auch mit ihnen. Kinder waren schon aktiv an der Arbeit des Kinderkinos beteiligt, als noch niemand das Wort Partizipation kannte. Als ich Anfang der 1980er Jahre erstmals das Kinderkino München besucht habe, war ich schon etwas verblüfft, als ein kleines Mädchen mir die Eintrittskarte verkaufte und ein schmächtiger Teenager die mannshohen 35mm-Projektoren bediente. Der junge Vorführer war übrigens Frank Strobel, Sohn von Christel und Hans, heute ein bekannter Dirigent und Spezialist für Filmmusik und Musikbegleitung zu Stummfilmen. Es war eine ganze Kindergruppe, die damals in München beim Kinderkino mitmachte. Zeitweise gaben die Kinder sogar ihre eigene Kinderfilm-Zeitschrift heraus: „Neues vom lachenden Filmsocken“ – vermutlich inspiriert von Wolfgang Tumlers legendärem Kinderfilm „Der rote Strumpf“ (1981).
 
Mit ihrer im deutschsprachigen Raum einzigartigen Fachzeitschrift „Kinder- und Jugendfilm-Korrespondenz“, die sie 1980 in München gründeten, bis 2014 selbst herausgaben und danach in neue Hände legten, untermauerten sie die bundesweite Bedeutung ihrer Arbeit und fanden schnell in vielen Orten Gleichgesinnte, die nach ihrem Beispiel eigene Kinderfilm-Initiativen gründeten. Dabei waren es anfangs vor allem nichtgewerbliche Filminitiativen, die sich der Idee vom neuen Kinderkino anschlossen. Gewerbliche Kinos folgten erst Jahre später. Verbündete fanden Christel und Hans Strobel vor allem beim Bundesverband Jugend und Film e. V. (damals noch BAG für Jugendfilmarbeit und Medienerziehung) und später beim Förderverein Deutscher Kinderfilm. In beiden Verbänden waren Christel und Hans Strobel aktiv. Von 1984 bis 1990 gehörte Hans dem BJF-Vorstand an.
 
In den letzten Jahren machte Hans Strobel seine Parkinson-Erkrankung zunehmend zu schaffen. Er, der uns allen so viel zu sagen hatte, konnte sich bei unvermindert hellwachem Geist nur noch schwer verständlich machen. Auch das Gehen fiel ihm schwer. Dennoch kam sein Tod überraschend.
 
Hans Strobel haben wir viel zu verdanken. Ohne ihn gäbe es in Deutschland nicht das Bewusstsein für die Bedeutung einer anspruchsvollen Kinderfilmkultur. Die Filme von Arend Agthe, Thomas Draeger, Claudia Schröder, Haro Senft oder Wolfgang Tumler hätten wohl kaum so viel Beachtung gefunden, wenn „die Strobels“ damals nicht ebenso enthusiastisch wie qualitätsbewusst die Idee verbreitet hätten. In diesen Tagen sind wir in Gedanken bei der Familie von Hans. Wir werden sein unermüdliches Engagement in guter Erinnerung behalten und wollen es so gut es geht fortführen.
 
Reinhold T. Schöffel für den Bundesverband Jugend und Film e.V. mit Katrin Hoffmann, Holger Twele, Michael Harbauer und dem Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V.


Pressemitteilungen
  

Einladung zum Fachgespräch: Nachgefragt: Was wollen, sollen, können, dürfen Kinder sehen?“

Am 29. Juni 2016 werden auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Filmfest München die aktuell geförderten Projekte der Initiative „Der besondere Kinderfilm“ bekannt gegeben. Daran anschließend veranstaltet der Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V. in Zusammenarbeit mit dem Kinderfilmfest München ein Fachgespräch zum Thema Nachgefragt: Was wollen, sollen, können, dürfen Kinder sehen?“.

 

16-06-2016

Moodtrailer „Starke Filme im Kino“ deutschlandweit im Einsatz

Der Moodtrailer „Starke Filme im Kino“ zur stärkeren Bewerbung der deutschen Kinderfilmlandschaft kommt an: Seit seiner Premiere im Rahmen des Filmtheaterkongress KINO 2016 in Karlsruhe am 19. April wird der 99sekündige Trailer kontinuierlich gebucht und ab 26. Mai bis September auch von UCI KINOWELT und CineStar in allen Häusern eingesetzt.

 
25-05-2016

Vorhang auf für den Moodtrailer „Starke Filme im Kino“ 

Förderverein Deutscher Kinderfilm e.V. präsentiert Trailer-Premiere auf dem Filmtheaterkongress KINO 2016.

19-04-2016